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Programm-, Film- und Medienhinweise zu Kirche, Religion und Gesellschaft

The Parade   

Parade | © Praesens Film
© Praesens Film

Politisch völlig inkorrekte Komödien sind en vogue, Klischees und Vorurteile werden dabei ins Absurde getrieben und entlarvt. Diese Kunst der Übertreibung beherrscht der serbische Regisseur Srdjan Dragojević ganz wunderbar. Hochzeits-Veranstalter Mirko und sein Freund, der Tierarzt Radmilo sind ein Paar und wollen in Belgrad eine Gay-Pride-Parade organisieren. Dafür werden sie massiv angefeindet. In ihrer Not wenden sich die Homosexuellen an den Sicherheitsdienst eines Kriegsveteranen. Micky Limun hat eine dunkle Vergangenheit und ist der Prototyp eines machistischen Bulldoggenbesitzers. Seine Freundin Pearl will heiraten und nimmt ihn mit zur Hochzeitsberatung. Ein Besuch bei Mirko wird jedoch zum Fiasko. Eine Konfrontation der Werte und Milieus ist vorprogrammiert.

«Parada» ist eine schwarze Komödie mit tragischen Elementen, die zur Versöhnung zwischen den Menschen aufruft. Sie wurde nicht nur in Serbien gut aufgenommen, sondern im gesamten Balkan. Da es in Belgrad offensichtlich unmöglich ist, Polizeischutz für eine Parade zu bekommen, machen sich Micky und Radmilo auf den Weg und rekrutieren ehemalige Kriegsfeinde für die gute Sache. Die Lösung des Konflikts kann nur durch Völkerverständigung gefunden werden: diese Botschaft vermittelt der Film als derbes Kinotheater und Utopie zugleich. Im homophoben Belgrad gibt es offensichtlich Zeichen der Öffnung für andere Lebensstile und Ethnien.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«The Parade» («Parada»), Serbien 2011, Regie: Srdjan Drgojević, Besetzung: Nikola Kojo, Milos Samolov, Hristina Popovic; Verleih: Praesens Film AG, Internet: www.praesens.com

Kinostart: 9. August 2012

8. June 2012


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